Sonntag, 8. Februar 2015

Im Atlantischen Regenwald - Yacutinga Lodge

Um 13:30 kam dann der Fahrer, der uns an den Platz brachte von wo aus die Mitarbeiter der Yacutinga - Lodge uns abholten. Gemeinsam mit einer Gruppe Amerikaner, die auf einer Südamerikarundreise unterwegs waren, ging es nun los. Die ersten 1,5 Stunden liefen entspannt auf geteerten Straßen, aber danach gab´s die Massage kostenlos! Die Lodge war bis vor 8 Jahren nur mit dem Schiff zu erreichen, die Straße gibt es erst seitdem- geschuldet der Tatsache, dass die Bauern außerhalb des Naturschutzgebietes angefangen haben, Hierba de Mate in Plantage anzubauen. Der Weltmarktpreis hatte sich gut entwickelt und so haben größere Konzerne sich mit der Vermarktung beschäftigt. Es gibt dort Trocknungsanlagen für Mate und dann war auch Geld für Straßenbau da.
Der Bundesstaat Misiones ist sehr jung in Argentinien und um ihn zu entwickeln wurden viele Siedler aus Europa angelockt, die günstig Land bekamen. Der Fahrer unseres Autos hatte einen polnischen Großvater: Bilinski ! Und die Straße eine ungeteerte Angelegenheit, die bei Nässe fast unpassierbar wird!
Letzter Stop - Ricardo, unser Fahrer

Größte Talsperre in diesem Gebiet, versorgt Paraguay zu 90 % mit Strom

Hierba Mate

Lecker, rauchig!
Die Fahrt dauerte gut 2,5 Stunden und Konrad war schon genervt: So ein Aufwand!! Wofür eigentlich? Am Abend, beim Briefing gab es ihm den Rest, dass die Nacht schon um 5:30 wieder vorbei sein sollte, weil um 7:00 die Kajaktour starten würde.

Unsere Lodge
Die Lodge ist vor ca. 15 Jahren von einem sehr reichen Argentinier gebaut worden, der auch in Barriloche etwas Ähnliches auf die Beine gestellt hat. Das gesamte Gebiet ist Naturschutzschutzgebiet und die Mitarbeiter sind im Artenschutz und in Schulungsprogrammen tätig.
Ricardo, unser Führer, ist Umweltjurist und hat sich in die ganzen biologischen und naturkundlichen Themen eingearbeitet. Sie arbeiten eng mit dem Volk der Guarani zusammen, die Indianer, die ursprünglich im Atlantischen Regenwald beheimatet waren. Dieser gigantische Wald ist in den letzten Jahrzehnten auf ca.6% der ursprünglichen Fläche geschrumpft - und damit ist wieder ein Stück unglaublich artenreicher Natur von unserem Planeten verschwunden! Der Chef des Indodorfs, Claudio, hat uns auf den Exkursionen begleitet.
Die Lodge selbst ist sehr liebevoll gestaltet, mit Holz und Lehm gebaut, alle möglichen Ressourcen wurden intelligent eingesetzt.
Im Haupthaus

Unser Zimmerchen
Bis ins Detail - Natur!



Handtücher trocknen, einmal anders!

Im Hauptraum
Nun also: Der 1.Tag - Kajaking!
Um 7:00 gingen wir zum kleinen Fluß, der dann in den Rio Iguazu mündet. Die Kajaks lagen schon bereit im Wasser - Schwimmwesten an und los ging es! Jetzt zahlte es sich aus, dass Konrad schon in Kindertagen ein guter Paddler gewesen ist - ich musste gar nichts tun, er hat uns wunderbar fortbewegt. In traumhafter frühmorgendlicher Atmosphäre habe ich so einen Eisvogel, zwei Tucane und Kormorane sehen können.
Bereit zum Einsatz

Einstieg ins Boot

Auf dem Fluß

Konzentration


Den Iguazu im Blick

Auf dem Iguazu
Das war eine wunderschöne Erfahrung, die auch Konrad ein bisschen versöhnt hat! Nun ging es zu Fuß wieder zurück zur Lodge, ein Marsch von gut zwei Stunden, den wir aber alle gut bewältigten.
Kleine Palmensämlinge - die Art ist bedroht und wächst in diesem Teil des Regenwaldes sehr gut!

Blatt vom wilden Maniok,  einem der Hauptnahrungsmittel der Südamerikaner 

Konrad vor einem riesigen Ficus!
Nicht weit von der Lodge gibt es einen kleinen Tümpel, in dem Kaimane leben. Wir schlichen uns dorthin und Claudio war sehr erschrocken, weil er Spuren von Wilderern entdeckte, die höchstwahrscheinlich die Mutter der kleinen Kaimane getötet haben. Die Armut ist hier vielerorts noch gewaltig und deshalb gibt es immer wieder Probleme mit Leuten, die Orchideen aus dem Urwald stehlen und verkaufen und eben auch Wild.

Das Auge des Kaimans


Claudio mit blauem Schmetterling

Im Netz
Am Abend gaben die Kinder aus Claudios Dorf noch eine kleine Gesangvorstellung - und sie freuten sich total, ihre Fotos auf den Kameradisplays zu sehen.

Die Gesangdarbietung 



Und wir freuten uns aufs Bett!
Am nächsten Morgen hatten wir nicht soviel Zeit - schon um 10:00 war der Transfer terminiert. Wir haben und noch sehr gut mit David und Lori unterhalten, beide Rechtsanwälte, die nach langen Arbeitsjahren in Washington nun in Cape Cod wohnen. David hat für Carter und Clinton gearbeitet, beide sind überzeugte Demokraten.
Lori und David


Dann fand Ricardo noch Zeit, uns in die Geheimnisse der Orchideen einzuweihen ! Die werden nämlich aus dem Urwald geklaut und verkauft. Die Ranger der Lodge versuchen sie zu retten, sammeln sie auf und binden sie wieder an Hölzer, wo sie neue Wurzeln schlagen können. Im Oktober ist dann die Blütezeit!
Ricardo, Jurist und Naturschützer

So wurzeln die Orchideen

Orchideen in Misiones
Um 10:00 pünktlich ging es dann los 2,5 Stunden zurück nach Iguazu und von da aus nach Foz de Iguazu in Brasilien. Beim Grenzübertritt hatten wir noch Glück: Wir hatten unvorhergesehen einen Guide mit dabei und an der Grenze fiel auf, dass ich in meinem Pass zwar einen Einreisestempel Brasilien von 2013 hatte, aber leider überhaupt keinen Ausreisestempel.....Zum Glück konnte der Mann das regeln!
Jetzt waren wir aber so früh, dass ich die Idee hatte, noch in den Vogelpark zu gehen, der ganz in der Nähe des Flughafen liegt. Konrad war nicht so begeistert - ihm war wohl noch schlecht von der Rumpelfahrt, aber der Fahrer kümmerte sich rührend: Die Koffer haben wir beim Eingang zu den Wasserfällen abgegeben und sind dann zum Vogelpark, schräg gegenüber. Hier konnte ich dann all die Vögel sehen, die sich im Urwald von Yacutinga vor uns versteckt hatten!

Tucan macht Siesta

Eine andere Schönheit

Guten Appetit 

Etwas erschöpfter Reisebegleiter

Und noch´n Tucan

Papageien aus Amazonien

Die beiden krakeelten ununterbrochen


Auch Eulen waren zugegen

Schwarzweiße Schönheit!

Nach weiteren Stunden im Flughafen von Foz de Iguazu ging es dann um 18:10 endlich via Rio.

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