Freitag, 13. Februar 2015

Paraty

Unsere Reise neigt sich mit Riesenschritten dem Ende zu....nach einer 4-stündigen Autofahrt an der Costa Verde entlang sind wir nun in Paraty gelandet, in der Pousada Literaria.
Paraty hat eine wechselvolle Geschichte hinter sich: Bei der 2. Expedition der Portugiesen im Jahre 1503 landeten sie an diesem schönen Küstenstreifen. Die große Bucht vor Schutz vor Piraten und es dauerte nicht lange, dass ein portugiesisches Fort errichtet wurde. Anfangs lebte man in Kooperation mit den Guarani Indios, aber nachdem die Portugiesen anfingen, Sklaven aus Afrika zu importieren, war es mit der Gutwilligkeit vorbei und die Indios führten einen erbitterten, aber zum Scheitern verurteilten Kampf gegen die Eindringlinge. Die erste Blüte erreichte Party mit Zuckerrohr und Holz, dem hochwertigen, roten(brazil) Holz der Urwaldbäume. Portugiesische Familien errichteten 1-stöckige Häuser mit großen Lagerkapazitäten, in denen sie auch schliefen. Die Indios fanden Verbündete in französischen Piraten, die von der See her eine ständige Bedrohung darstellten.


Mit den Symbolen der Freimaurer
Die Portugiesen wollten aber mehr - weiter im Inland wurden Gold und Diamanten vermutet und auch gefunden. Der darauffolgenden Goldrausch machte Party zu einem wichtigen Zentrum der Handelsbeziehungen mit Europa. Die reichgewordenen Abenteurer gingen zurück und Verwandte kamen neu an, um auf den Erfolgszug aufzuspringen...Das ging solange gut, bis die Gold und Diamantvorräte zu schrumpfen begannen und ein Exodus folgte. Die Familien, die sich die Rückkehr nicht leisten konnten, blieben und begannen in der Nähe der Minen etwas neues anzubauen: Kaffee und Tabak - damit wurde der zweite Hype um Paraty ausgelöst.
Die einstöckigen Häuser boten nicht mehr genug Platz für Waren und Menschen und so wurden sie nach und nach aufgestockt. Als Baumeister boten sich Freimaurer aus Europa an, die - verfolgt von der  katholischen Kirche -in der neuen Welt Fuß fassen wollten.
Noch heute gibt es Freimaurer in Paraty.

Karneval in Paraty

Die Kirche der Frauen und der Armen

Karneval

Auf dem Balkon des Kulturzentrums

Abendstimmung

Nachdem dann aber eine Bahnlinie gebaut wurde, die quasi von Rio bis nach nach Sao Paolo reichte, wurde die Bedeutung Paratys als Verschiffungshafen beendet und das Städtchen versank in einen Dornröschenschlaf.
Aus diesem Schlaf wurde Paraty durch ein Phänomen unserer Zeit geweckt: Es wurde 1979 Drehort für eine der zahlreichen Telenovelas, die in Brasilien  eine besondere Bedeutung haben. Plötzlich war es wieder "in" hier zu leben und viele Bewohner nutzten das, um ihre Häuser an hippe Leute zu verkaufen. Das Geld, was sie bekamen war aber schnell weg und erst als sich ein Institut zur Bewahrung der Kultur und Umwelt hier installierte, begannen die Einwohner, ihr Schicksal wieder selbst in die Hände zu nehmen.
Auf zu neuen Ufern
Party liegt in einer ausgedehnten Meeresbucht, die von kleinen Inselchen übersät ist. Es gibt kaum Wellengang und bietet sich daher gut zum Kajakfahren an. Unser Guide Christiano lieh uns sein privates - und hat sich damit ein paar Real nebenbei verdient!
....
 So schlimm, wie es das Bild oben suggeriert, war es nicht. Wir sind gemütlich gepaddelt bis in die nächste Bucht und haben uns im warmen Meer vergnügt!
Unser Kajak

Hier hat sich auf dieser kleinen Insel jemand sein privates Paradies gebaut


Bis zum Mittag waren wir unterwegs, danach hatten wir uns eine ausgiebige Siesta verdient. Natürlich erst nach dem obligatorischen Caipi....:-)
Am frühen Abend wagten wir uns dann wieder raus und entdeckten ein sehr preiswertes Fischrestaurant, wo wir beide mit Bier, Caipi und vollem Bauch für knapp 30 Euro fündig wurden!

Spielzeugladen

Konrad mit dem sehr netten brasilianischen Jonny Depp








Keine Kommentare:

Kommentar veröffentlichen